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Konzept



Beitrag zum konfessionellen Religionsunterricht

Die Religionsbuchreihe für die AHS-Oberstufe ist ein Beitrag zu einem konfessionellen Religionsunterricht, dessen Aufgabe – in Anlehnung zum jüngsten Schreiben der deutschen Bischöfe zum katholischen Religionsunterricht – es ist,

  • strukturiertes und lebensbedeutsames Grundwissen über den Glauben der Kirche zu vermitteln,
  • mit Formen gelebten Glaubens vertraut zu machen sowie
  • die religiöse Dialog- und Urteilsfähigkeit der SchülerInnen zu fördern.[1]

Wir verstehen den Religionsunterricht an der österreichischen Schule, konkret an der AHS-Oberstufe, als einen spezifischen Beitrag der Kirche sowie des Staates zur religiösen Bildung von SchülerInnen. Bildung geschieht in diesem Unterricht auf dem Fundament eines christlichen Welt- und Menschenbildes und hat die Aufgabe, die Identitätsfindung bzw. -stärkung der SchülerInnen im religiösen Bereich und darüber hinaus zu fördern.

Hier wird der Eigencharakter des Religionsunterrichts im Vergleich zur Katechese deutlich: „Die Beziehung zwischen Religionsunterricht und Katechese ist eine Beziehung der Unterscheidung und wechselseitigen Ergänzung: ‚Zwischen Religionsunterricht und Katechese besteht ein unzerreißbarer Zusammenhang und zugleich ein klarer Unterschied.’ Was dem Religionsunterricht in der Schule seine besondere evangelisierende Eigenart verleiht, ist der Umstand, dass er dazu berufen ist, in den Bereich der Kultur einzudringen und sich mit den anderen Wissensinhalten in Beziehung zu setzen. Denn als originale Form des Dienstes am Wort lässt der Religionsunterricht das Evangelium im persönlichen Prozess der systematischen und kritischen Anverwandlung der Kultur gegenwärtig werden.“[2]

Damit unterscheidet sich ein Schulbuch, das einem konfessionellen Religionsunterricht dienen möchte, auch deutlich von einem Katechismus.

 

Einer korrelativen Religionsdidaktik verpflichtet

Die oben genannten Aufgaben werden durch ein korrelatives Konzept realisiert, das von vorneherein von einer untrennbaren Beziehung von Leben und Glaube, von Religion und Alltag, von heutiger Erfahrung und christlicher Tradition ausgeht. Es geht nicht darum, zwei ‚fremde Welten’ zueinander zu bringen, sondern diese Beziehung zu resubjektivieren, unter neuen Kontexten neu zu entdecken und zu buchstabieren. Die oft übliche Trennung von Lebens- und Glaubensthemen ist damit überwunden. Das Leben – auch das Leben heutiger SchülerInnen – ist der Ort des Glaubens. Lebensthemen sind Glaubensthemen, Glaubensthemen sind Lebensthemen. Für den Religionsunterricht geschieht das im produktiven und kritischen In-Beziehung-Setzen von Lebens- und Welterfahrungen mit christlichen Glaubensinhalten. Da in unserem gesellschaftlichen Kontext die Lebensrelevanz christlicher Glaubensinhalte vielfach nicht mehr selbstverständlich gesehen wird, ist es uns wichtig, die Lebensbedeutung der theologischen Inhalte, wie sie der Lehrplan für unseren Buchentwurf verbindlich in Zielen und Grundanliegen formuliert, bereits im Buch zum Thema zu machen. Damit wollen wir dem Prinzip der Korrelation auf einer ersten Ebene gerecht werden. In den Impulsen zum Lebensbezug versuchen wir dieses Prinzip auch auf einer weiteren Ebene mitzudenken, wenn sich dort Anregungen finden, die das In-Beziehung-Setzen der Inhalte mit den je persönlichen Welt-, Lebens- und Glaubenserfahrungen der SchülerInnen fördern.

Über diesen Zugang kann sich auch ein neuer Blick auf die christliche Tradition eröffnen, weil sowohl hinter der biblischen Überlieferung, als auch hinter normativen Lehrsystemen, faktische Erfahrungen sowohl von einzelnen Menschen, als auch von der Glaubensgemeinschaft insgesamt stehen.

Das Buch versteht sich somit einerseits als Träger der vom neuen Lehrplan für die AHS-Oberstufe vorgesehenen Themen und Inhalte, zugleich aber als Anknüpfungspunkt für diese Korrelation, die nach der Bedeutung religiöser Inhalte und Themen im gesellschaftlichen, kirchlichen und schulischen Kontext fragt und ferner zur existentiellen Auseinandersetzung der SchülerInnen einlädt. In diesem Sinne geht es in unserem Konzept von Religionsunterricht, das durch das Buch unterstützt werden soll, um das Erkennen der „Zeichen der Zeit“, um das Wahrnehmen von „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute“[3] im Licht von Evangelium und Tradition.

Religionsunterricht ist in diesem Sinne Lehren und Lernen aus der ‚TeilnehmerInnenperspektive’, vielfach auch Begegnung und kritische Herausforderung mit Fremdem und durch Fremdes, aber dezidiert nicht ‚neutrales’ Unterrichten ‚über Religion’.

Ein weiteres Anliegen ist es uns, Inhalte und Themen des Religionsunterrichtes nicht ausschließlich abstrakt darzustellen, sondern zugleich durch konkrete Gestalten des Glaubens zu untermauern, ausgehend von der theologischen Einsicht, dass die Erschließung von Glaubensinhalten an das Zeugnis konkreter Menschen gebunden ist.[4] Das wird vor allem auf den jeweiligen ‚… vorgestellt’-Seiten der einzelnen Kapitel versucht.

 

Ein vielfältiges und ‚mitwachsendes’ Buchkonzept

In Bezug auf die sprachliche, bildnerische und ästhetische Gestaltung des Buches ist es uns wichtig, die SchülerInnen einerseits zur Auseinandersetzung mit den Themen und Inhalten des Buches zu motivieren, gleichzeitig aber nicht nach unten zu nivellieren, sondern auch Herausforderungen und Reibungspunkte zu bieten. Daher bieten wir – nicht zuletzt aus theologischen Gründen – nicht nur normativ-deskriptive Informationen, sondern geben durch die Text- und Bildgestaltung im Buch auch Raum, der die Frage nach der Transzendenz und der (auch persönlichen) Bedeutsamkeit herausfordert.

Sowohl die graphische als auch die sprachliche und inhaltliche Ausrichtung sind so angelegt, dass sie ausreichend Gestaltungspotential beinhalten, das der Entwicklung der SchülerInnen von der 5. bis zur 8. Klasse und der Reifeprüfung entspricht.

Das Religionsbuch verwendet unterschiedliche Textsorten und sieht eine Grundstruktur vor, in der das Kernthema jeder Seite vom Rand her durch Textfelder unterschiedlichen inhaltlichen Zuschnitts ergänzt wird:

Im ABC finden sich Definitionen, Begriffserklärungen und erläuternde Informationen.

Das Textfeld mit der Dialogbrille macht auf themenbezogene Besonderheiten und Verbindendes aus ökumenischen und interreligiösen Gesichtspunkten aufmerksam oder es stellt Bezüge zu nichttheologischen Disziplinen her. Hier bieten sich auch zahlreiche Andockstellen für die Zusammenarbeit mit anderen schulischen Fächern. In den Büchern ab der 6. Klasse werden in diesem Feld auch Verweise auf in früheren Jahren behandelte Themenaspekte gegeben.

Ein eigenes Feld weist auf Aspekte des Themas hin, die Genderfragen und das Leben als Frau und Mann betreffen.

Als Satz zum Mitnehmen werden Gebete, Zitate oder markante Aussagen zum Thema mit auf den Weg gegeben.

Die Impulse zum Lebensbezug verstehen sich als Anknüpfungspunkte für die Weiterarbeit und wollen die persönliche, lebens- und erfahrungsbezogene Auseinandersetzung mit den Inhalten anregen.

Weitere inhaltliche Gestaltungselemente:

Unter dem Titel …vorgestellt wird in jedem Kapitel eine Persönlichkeit oder eine Personengruppe portraitiert, in deren Leben oder Engagement sich der Glaube an Jesus Christus in Korrespondenz mit dem jeweiligen Inhalt besonders widerspiegelt. Den SchülerInnen bietet sich auf diesen Seiten nicht nur ein breites Identifikationsangebot, sondern sie lernen damit auch weite, bunte und vielfältig-lebendige Seiten unserer Kirche kennen.

In jedem Buch wird der Blick besonders auf einen Partnerkontinent der Weltkirche gelenkt. Im Buch für die 5. Klasse stammen daher mehr Texte und Bezüge aus dem lateinamerikanischen Kontext; für die 6. Klasse ist Afrika dieser Partnerkontinent.

Insgesamt umfasst jedes der elf Kapitel eine Titelseite, mehrere Inhaltsseiten – je ein Unterkapitel auf einer Doppelseite – und eine Abschlussseite mit dem Resümee, in dem wesentliche inhaltliche Aussagen und kirchliche Positionen zusammengefasst werden und der Lerngewinn im Sinne von ‚Wissen und Erkenntnis’ weiter gedacht werden kann.

 


[1]              Vgl. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hg.): Der Religionsunterricht vor neuen

Herausforderungen, Die deutschen Bischöfe 80, Bonn 16. Februar 2005, 18.

[2]              Kongregation für den Klerus, Allgemeines Direktorium für die Katechese, Nr. 73, Vatikanstadt 1997.

[3]              GS 1.

[4]              Vgl. Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen, 21.

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Mag. Dr.theol. Monika Prettenthaler Telefon:+43 (0)316 380 - 6234

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Ao. Univ.Prof. Mag. Dr.theol. Wolfgang Weirer Telefon:+43 (0)316 380 - 6232

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