Die fachdidaktische Verortung des Themas Religion(en) in der Schule liegt traditionell im konfessionellen Religionsunterricht. Dementsprechend hat die Religionspädagogik, soweit sie sich mit Religion in der Schule befasst, ihren Schwerpunkt weitgehend auf die Didaktik des konfessionellen Religionsunterrichts gelegt. Mit der Einführung des Ethikunterrichts als Alternativfach hat sich zuletzt auch eine stärkere fachdidaktische Auseinandersetzung mit der Thematisierung von Religion im Ethikunterricht entwickelt, vor allem mit Bezügen zur Religionskunde (Alberts et al. 2023, Feichtinger 2023) sowie zur Philosophiedidaktik (Reuter 2014, Petermann 2022, Torkler/Tiedemann 2023).
Darüber hinaus findet eine Auseinandersetzung mit Religion, Religionen sowie religiösen Motiven auch in weiteren Unterrichtsfächern statt: Die Thematik taucht beispielsweise im Geschichtsunterricht auf, der historische Entwicklungen und Einflüsse von Kirchen und Religionen beschreibt. Auch zentrale Werke der Musik oder der Bildenden Kunst sind kaum von ihren religiösen Bezügen zu trennen, weshalb sie Bestandteil musik- oder kunstdidaktischer Überlegungen werden. Der Philosophieunterricht weist sowohl philosophiegeschichtlich als auch diskursiv, etwa durch Religionsphilosophie und Religionskritik, enge Bezüge zur Thematik auf. Auch im Lateinunterricht können religiöse Texte thematisiert werden (Freund 2020): Dies betrifft nicht nur Werke der klassischen Antike, sondern auch Bibelübersetzungen oder lateinische Texte des Mittelalters wie die Legenda aurea oder heute erstaunlich aktuelle Schriften zur christlich-islamischen Begegnung (Niedermayr 2020).
Darüber hinaus können religiöse Fragen unter anderem im Biologieunterricht (etwa zum Verhältnis von Evolutionstheorie und kreationistischen Vorstellungen oder zur Sexualmoral), im Psychologieunterricht (etwa zur Religionskritik) oder in der politischen Bildung auftreten oder von Schüler:innen eingebracht werden.
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Univ.-Doz. DDr. Christian Feichtinger, Universität Graz
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Weirer, Universität Graz
(Verantwortlich für die ÖRF-Ausgabe 2026/1)