IWalk – historischen Aspekten zur Shoah „nachgehen“
Was sind IWalks?
IWalks sind app-basierte Rundgänge der USC Shoah Foundation zu verschiedenen Aspekten der Geschichte des Nationalsozialismus und Holocaust.
Sie veranschaulichen und vermitteln Geschichte im lokalen Umfeld und bringen Jugendliche mit den Erzählungen Überlebender in Kontakt.
Das digitale Bildungsangebot kombiniert Zeitzeuginnen- und Zeitzeugen-Berichte speziell aus dem Visual History Archive der USC Shoah Foundation mit weiteren Primärquellen wie etwa Karten und Fotografien. Mithilfe von (quellenkritischen) Fragen und Aufgaben ermöglichen die IWalks einen interaktiven und reflektierten Zugang zur Geschichte eines Ortes.
In 16 Ländern stehen IWalks derzeit zu Verfügung – in Österreich wurden bereits vier IWalks in Kooperation mit ERINNERN:AT entwickelt:
- IWalk zum ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen in Oberösterreich
- IWalk zum jüdischen Widerstand in Wien
- IWalk zum jüdischen Leben im 2. Wiener Bezirk vor der Shoah
- IWalk zum jüdischen Leben in Graz vor 1938
Die IWalks eignen sich für Schüler:innen ab ca. 14 Jahren ebenso wie für Studierende, Lehrende und interessierte Besucher:nnen historischer Orte.
Wie geht das?
Die IWalks können von zuhause aus, im Klassenzimmer sowie am historischen Ort selbst verwendet werden.
Im schulischen Kontext genutzt, können Lehrerkräfte die Arbeitsergebnisse ihrer Klasse über die Plattform IWitness im Blick behalten, wodurch die SchülerInnen die IWalks auch selbstständig durchführen können.
IWalk App
Der virtuelle Rundgang läuft über die IWalk-App . Sie können die App kostenfrei auf ihrem Smartphone installieren und den gewünschten IWalk dann in der App downloaden und sofort starten.
Nach dem erfolgreichen Download der ist keine Internetverbindung mehr für die Durchführung der IWalks nötig.
Den Unterricht nachbereiten – mit der ZIMT-Methode
In den Unterrichtsfächern Ethik und Religion besteht nicht nur ein erheblicher Vorbereitungsaufwand, der Unterricht muss auch nachbereitet werden. Gerade im Praktikum oder während der ersten Dienstjahre benötigt man hierfür ein großes Zeitpensum. Eine Möglichkeit, den Unterricht im Nachhinein zielgerichtet zu reflektieren, stellt die ZIMT-Methode dar. In der Literatur wird sie häufig genannt und die Durchführung kann variantenreich ausgestaltet werden. Ein niederschwelliger Ablauf sieht so aus:
- Wurden meine Ziele erreicht?
- Waren meine Inhalte angemessen?
- Waren meine methodischen Entscheidungen richtig?
- War meine zeitliche Planung angemessen?
ZIMT steht also für Ziele, Inhalte, Methoden und Time (Zeit)
Tipp: Führen Sie die ZIMT-Methode direkt auf dem Stundenbild (Rasterplanung) durch und heben Sie das Blatt für das nächste Jahr auf.
Kennen Sie das Konzept des Scaffolding?
Fachliches und sprachliches Lernen lassen sich nicht trennen, daher sind Lehrer:innen jedes Faches aufgefordert, sprachsensibel und sprachfördernd zu arbeiten. Schüler:innen sollen also auch in den Fächern Religion und Ethik in ihrer sprachlichen Entwicklung gefördert werden. Dies betrifft nicht nur jene, deren Erstsprache eine andere als Deutsch ist, sondern alle Schüler:innen, die auf dem Weg von der Alltagssprache zur Bildungssprache unterstützt werden sollen.
Eine Möglichkeit der sprachlichen Förderung ist das sogenannte „Scaffolding“. Der Begriff kommt vom englischen „scaffold“ und meint so viel wie ein Gerüst, das zunächst (sprachliche) Sicherheit bietet, aber nach und nach abgebaut werden soll.
Ein Beispiel: Dass Schüler:innen Texte lesen und ohne weitere Vorgabe zusammenfassen sollen, ist für viele sehr anspruchsvoll. Als „Gerüst“ können ihnen also zunächst Satzanfänge oder Formulierungshilfen vorgegeben werden, die von den Schüler:innen vervollständigt oder genutzt werden sollen. Wenn sie diese Art der Zusammenfassung gewohnt sind, können die Satzanfänge und Formulierungshilfen nach und nach wegfallen, weil sie in den Wortschatz der Schüler:innen übergehen.
Kopfstand-Methode
Die Kopfstandmethode lädt zur kreativen Auseinandersetzung mit (ethischen) Fragestellungen ein. Dazu wird eine Ausgangsfrage „auf den Kopf gestellt“, d.h. gegensätzlich oder moralisch anstößig formuliert. Durch den „erzwungenen“ Perspektivenwandel können sich bei den Lernenden neue Ideen, Lösungsvorschläge und Fragen auftun.
Ein beispielhafter Ablauf zum Thema „Schöpfungsverantwortung“:
- Die umformulierte Fragestellung wird den Schüler:innen präsentiert: „Was können wir tun, um die Klimaerwärmung möglichst effektiv zu beschleunigen?“.
- Die Schüler:innen brainstormen in Kleingruppen zur Fragestellung und erarbeiten anschließend Verbesserungsvorschläge, die den Negativbeschreibungen gegenübergestellt werden.
- Die Gruppenergebnisse werden vor der Klasse präsentiert und der Arbeitsprozess mit der Lehrperson reflektiert.
- Ggf. kann die Lehrperson auf aktuelle (ethische) Debatten oder Fragestellungen Bezug nehmen: „Wo stehen wir derzeit mit Blick auf die Klimaziele? Was sollten wir verändern?“.
Didaktisches Argumentieren
In Zweierteams werden zu einem Thema abwechselnd Argumente ausgetauscht, in dem jede:r Schüler:in auf die Aussage ihres:seines Gegenübers mit den Worten „Ja, aber …“ beginnt und dabei einen möglichen Einwand formuliert.
Mit dieser Argumentationsmethode lässt sich dialektisches Denken trainieren bzw. einüben, ein Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und zu verstehen.
Blackout-Poetry
Blackout-Poetry bietet einen kreativen Zugang zur Textarbeit und lässt Schüler:Innen das Potential biblischer Geschichten neu entdecken. Durch das gezielte Schwärzen von Wörtern bzw. ganzen Passagen entsteht ein neuer Text. Die Schüler:Innen werden zu Redakteur:Innen der Bibel – sie analysieren, interpretieren und gestalten diese individuell.
Ablauf:
- Textauswahl: Einen Bibelabschnitt (z. B. Psalmen, Gleichnisse) auswählen und großformatig ausdrucken.
- Annäherung: Text lesen und die Neuausrichtung(en) besprechen.
- Bearbeitung: Mit einem Marker alle Wörter schwärzen, die nicht zum neuen Text passen. Die übrigen Wörter sollen eine neue Botschaft transportieren.
- Reflexion: Die entstandenen Texte präsentieren und gemeinsam deuten. Welche Inhalte wurden gestrichen? Welche neuen Bedeutungen entstehen? Welche Textvariante gefällt besser?
- Aushang: Den Originaltext und den neuen Text nebeneinander aufkleben und im Schulgang aufhängen.
Two Stars and One Wish
Diese Methode bietet eine niederschwellige und zugleich differenzierte Möglichkeit, Feedback einzuholen. Sie eignet sich daher besonders für den Abschluss von Seminaren oder Fortbildungsveranstaltungen. Im Schulunterricht kann sie eingesetzt werden, damit Schüler:innen die Arbeit ihrer Klassenkolleg:innen konstruktiv bewerten.
Ablauf
Die Schüler:innen formulieren zunächst zwei gelungene Aspekte (‚Stars‘) der präsentierten Arbeit. Anschließend benennen sie eine Sache, die verbessert werden könnte und formulieren dies als einen Wunsch (‚Wish‘).
‚Two Stars and One Wish‘ kann bspw. zur Rückmeldung auf Präsentationen, Poster, Podcasts oder kreative Beiträge eingesetzt werden. Die Schüler:innen lernen dabei, Leistungen wertschätzend und differenziert zu bewerten. Die Methode trägt außerdem zur Entwicklung der Urteilskompetenz bei.